Kyoto – das alte Japan geht durch den Magen [von Magda]

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9. April 2013 um 14:54 Uhr

Reisebericht Kyoto, JapanAutor MagdaKyoto ist nicht das ausgefallenste Reiseziel in Japan. Die alte Hauptstadt des japanischen Reiches zieht aufgrund ihrer zahlreichen Sehenswürdigkeiten Touristen magnetisch an. Was vom klischeehaften alten Japan noch erhalten ist, wollten wir uns auch ansehen. Interessiert hat uns aber mindestens genau so sehr das kulinarische Angebot, für das Kyoto berühmt ist.

Schwüler Sommer in der alten Hauptstadt

Kyoto heißt auf japanische einfach „Hauptstadt“ oder „kaiserliche Residenz„. Vom Ende des 8. Jahrhunderts bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts war die Stadt ein wichtiges politisches Zentrum des kaiserlichen alten Japan. Zahlreiche Kulturdenkmäler haben diverse Kriege seither unbeschadet überstanden. Die Stadt liegt im Westen der japanischen Hauptinsel durch Berge vor Tsunamis geschützt, im Sommer war es allerdings durch ebendiese Berge recht heiß und schwül.

Als Individualreisender in Japan kann man sich lebhaft vorstellen, wie es ist, als Analphabet in ein modernes Land zu kommen. Statt selbstverständlich Hinweisschilder, Speisekarten und Titel ausgestellter Zeitungen zu verstehen, waren wir plötzlich von unlesbaren Zeichen umgeben. Wir nahmen nicht an, dass es uns mit Verkehrsschildern besser ergehen würde. So haben wir uns von der Idee, einen Mietwagen zu nehmen, schnell verabschiedet. Gottseidank ist Kyoto von Tokyo aus mit dem berühmten Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen zu erreichen. Der Fahrkartenkauf ohne Japanischkenntnisse war allerdings noch einmal ein Abenteuer für sich – dass selbst in Tokyo irgendjemand englisch versteht oder spricht, kann man offenbar nicht erwarten.

Kyoto glänzt durch japanischen Stil und gutes Essen

Im Bussystem von Kyoto haben wir uns dann überraschend gut zurechtgefunden. Die schachbrettartige Anordnung der Gebäude, die tatsächlich in der Feng-Shui Lehre ihren Ursprung hat, erleichtert die Orientierung. Die Sehenswürdigkeiten sind im Zentrum oder auf den umliegenden Hügeln. Abgesehen vom historischen Wert hat uns die japanische Eleganz beeindruckt, die in alten und neuen Gebäuden und Gärten zum Ausdruck kommt.

Am meisten begeistert hat uns allerdings das Essen. Kyoto gilt als Äquivalent zum italienischen Essen in Europa – will heißen, es ist für besonders gutes Essen bekannt. Bei den zahlreichen japanischen Mini-Restaurants hat der Tag bei weitem nicht genug Mahlzeiten für alles, was man noch probieren oder noch mal essen will.

Empfehlenswert: Ein paar Brocken Japanisch

Wegen der Schwüle war der Sommer vielleicht nicht ganz die richtige Jahreszeit für einen Besuch in Kyoto. Wir haben unsere Wahl trotzdem nicht bereut. Architektonisch, kulinarisch und sprachlich ist Japan eine vollkommen fremde, faszinierende Welt. Für die Fahrkarte zurück nach Tokyo haben wir uns mit ein paar Brocken Japanisch bewaffnet – sehr zur Erleichterung der Schalterbeamtin.

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Bildquelle: © Fyle – Fotolia.com

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