Erfahrungsbericht: Meine Frühbucherreise nach Ischgl

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16. Januar 2014 um 14:43 Uhr

Skifahrer bei der AbfahrtAuthor HelgeDer immense Vorteil einer Frühbucherreise ist, dass ich mich schon seit Monaten auf den frischen Pulverschnee und die hervorragend präparierten Pisten freuen darf. Schließlich im Paznaun angekommen, erlebe ich eine Landschaft wie aus dem Wintermärchen. Schneehauben zieren die Bäume und Skihütten und auf den Berghängen liegt meterdick die weiße Pracht.

Nicht umsonst gilt Ischgl in Österreich als schneesicherste Gemeinde der Alpen. Bei meinem Skiurlaub in Österreich erlebe ich die Gastfreundschaft der Einheimischen, stürze mich ins Après-Ski-Vergnügen und sammle fantastische Panoramablicke in Hülle und Fülle.

238 Gründe für einen unvergesslichen Winterurlaub

Gleich zu Beginn meiner Frühbucherreise begebe ich mich voller gespannter Erwartung zur Talstation der Silvretta Arena. Über mir treten die Pistenraupen den Rückzug von den Hängen an und die ersten Gondeln schweben gen Greitspitze. Ein weißes Wunderland tut sich während der Seilbahnfahrt auf und ich kann es kaum erwarten, den ersten Stockeinsatz zu tätigen. Sage und schreibe 238 Kilometer Pisten stehen bereit und machen mir die Entscheidung für eine bestimmte Abfahrt schwer.

Die schiere Ausdehnung des Skigebiets sorgt dafür, dass Pisten und Bahnen nie überfüllt sind. Wenn nötig, könnten die Gondeln bis zu 90.000 Skifahrer pro Stunde befördern – Warteschlangen lerne ich deshalb nie kennen.Bis auf 2870 Höhenmeter bringen mich die Liftanlagen und ganz Österreich liegt mir zu Füßen, so scheint es wenigstens. Nachdem ich eine der 45 schwarzen Pisten erfolgreich bewältigt habe bin ich der Meinung, mir eine Einkehr ins Panorama-Restaurant verdient zu haben.

Leckere Tiroler Schmankerl und die rundum verglaste Gaststube tragen ihr Übriges zu einem perfekten Winterurlaub bei. Als finalen Tages-Höhepunkt habe ich mir die Abfahrt auf der „Eleven“ ausgesucht. Die längste Piste in Ischgl führt von der Greitspitze bis hinunter ins Dorf und ist tatsächlich elf Kilometer lang. Von 2870 auf 1460 Höhenmetern in wenigen Minuten! Ich lasse mir allerdings in Anbetracht der Naturimpressionen gerne länger Zeit und verschnaufe an der idyllisch gelegenen Ida Alpe.

Ski und Rodel gut!

Neben den Pisten für die Alpin-Abfahrer finden auch passionierte Langläufer und Rodler ein Eldorado vor. Drei Rodelbahnen mit einer Gesamtlänge von zwölf Kilometern lassen mich bei meiner Reise den Rausch der Geschwindigkeit erleben. Jeden Abend ab 19 Uhr gehen die Scheinwerfer des Nachtrodel-Areals an. Unten sieht man die Lichter von Ischgl leuchten und über dem Schlitten erstrahlt der Sternenhimmel. Nicht sehr elegant, aber dafür immer so schnell wie möglich rausche ich die sieben Kilometer ins Tal hinab und lege dabei 950 Höhenmeter zurück. Mein geliehener Rodel ist überraschenderweise pfeilschnell, sehr gut lenkbar und gibt mir trotz der rasanten Kurvenlage ein Gefühl der Sicherheit.

Doch birgt auch die Langsamkeit eine große Faszination. Gemächlich gleite ich bei meinem Winterurlaub über die gespurten Loipen auf der Silvretta. Zur Einstimmung wandere ich die Ostloipe entlang. Auf 6,7 Kilometern ziehen auf der als „leicht“ klassifizierten Strecke vereiste Bäche und pittoreske Lichtungen an mir vorbei. Nach einigen Trainingseinheiten wage ich mich an die Silvretta Trophy, für die Ischgl bekannt ist. 23 Kilometer lang und so malerisch wie anstrengend, verlangt diese mir alles ab. Um so beseelter bin ich, als ich erschöpft aber glücklich wieder am Hotel ankomme.

Party und Skifahren bilden eine EinheitBad Tölz

Die Skigebiete in Österreich verstehen es, ihre Besucher auch zu unterhalten. Beim Après-Ski feiere ich standesgemäß in Skischuhen und tanze zu den aktuellen Winterhits. Doch nicht nur auf den 14 Berghütten und -restaurants tobt nach Sonnenuntergang das pralle Leben. Die Fußgängerzone des Dorfes verwandelt sich allabendlich in eine der größten Partymeilen der Alpen. Aus Österreich, Deutschland und vor allem aus den USA kommen die Gäste, die hier den Geburtsort der Disziplin „Après-Ski“ kennenlernen möchten. Angeblich trat jene von Ischgl aus ihren Siegeszug um die ganze Welt an. Von „Kuhstall“ bis „Pacha“ bieten die Discotheken, Bars und Clubs für jeden Geschmack das Passende. Laut und grell feiert, wer auf beatlastige Tanzrhythmen steht und möchte man sich neben der Musik auch noch unterhalten können, hat man bei einer Frühbucherreise nach Österreich auch dazu die Möglichkeit.

Dreimal pro Saison finden im Paznaun die „Top of the Mountain Concerts“ statt. Elton John und andere Weltstars spielten schon in den luftigen Höhen über Ischgl. Wer daran teilhaben möchte muss an Ostern, zum Saison-Finale oder zum Opening nach Tirol aufbrechen. Aber auch außerhalb dieser Highlights organisiert die Gemeinde Konzerte, „Gaudi-Skirennen“ und andere Veranstaltungen für Besucher jeden Alters.

Kaiserschmarrn und 70 Prozent Gefälle

Bei meinem Winterurlaub genieße ich das vielfältige Angebot der Silvretta Arena und doch schaffe ich es nicht, all ihre Pisten durchzutesten. Zu groß ist die Auswahl und zu schön sind die Ausblicke, die ich dabei genießen darf. Oft stehe ich minutenlang am Pistenrand und inhaliere die Berggipfel, den blitzblauen Himmel und das Funkeln des Schnees. In den urigen Hütten stärke ich mich mit typisch österreichischen Mehlspeisen und kann einer letzten Versuchung dann doch nicht widerstehen: Der schwarzen Piste oberhalb der Langen Wandbahn. Mit ihrem angsteinflößenden Gefälle hat sie mich beinahe überfordert.

 

Bildquelle © dell – Fotolia.com © Zlatan Durakovic – Fotolia.com

 

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