Kameltrekking in Jordanien – Zauber der Wüste erleben

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26. Mai 2015 um 12:18 Uhr

KameltreckingSabrina L.Dass Wüste nicht gleich Wüste ist lerne ich bei meinem Aufenthalt in Jordanien rasch: Die Landschaften des kleinen aber geschichtsträchtigen Staates sind facettenreich, nicht nur im Wadi Rum unbeschreiblich schön und fungierten bereits mehrfach als Filmkulisse.

 

Petras Felsendenkmäler: Der perfekte Trekkingauftakt

Bevor ich mich auf den Rücken eines Wüstenschiffes schwinge, bestaune ich mit meiner Reisegruppe die Felsenstadt Petra. Die Kreuzritter erzählten nach ihrer Rückkehr in Europa vom Reichtum dieser Metropole. Dann bereiste jahrhundertelang kein Besucher aus dem Abendland mehr die prunkvolle Kapitale der Nabatäer. Der schweizerische Arabienkenner Jean Louis Burckhardt kam 1812 hierher und entdeckte Petra neu. Ihm sollten hunderttausende staunend Besucher folgen.

Ich zähle nun auch dazu und freue mich, dass mein Jordanien Kameltrekking damit beginnt, dass wir einen ersten „Ausritt“ rund um die Paläste unternehmen. Petra liegt auf 800 bis 1300 Höhenmetern im Bergland von Edom. Luftbildarchäologen haben unlängst unzählige Umrisse von ehemaligen Gehöften entdeckt, deren Erforschung allmählich anläuft. Unser Guide erzählt lebhaft vom bereits vor 2000 Jahren betriebenen Wochenendtourismus der Stadtbewohner. Wer es sich leisten konnte, unterhielt sich ein „Ferienhaus“ vor den Toren des Handelszentrums. Wie wir, legten die reichen Kaufleute, Gelehrten und Adeligen die kurze Strecke auf Kamelen zurück und machten das damals noch fruchtbare Umland zu einem florierenden Ausflugsziel.

Video: Jenseits des Jordan

Auf Petra folgt Rum: Die Pforte zu Jordaniens größtem Wadi

Nach den ersten Stunden hoch zu Kamel übernimmt ein Jeep die Anfahrt in die kleine, romantische Wüstenstadt Rum. Nach ihr ist das ausgetrocknete Flusstal benannt, welches unter Jordanienreisenden als Must-See gehandelt wird: Das Wadi Rum. Mit dem Wort „Wadi“ beschreiben die Araber ein Trockental. Nach starken Regenfällen sammelt sich dort das Wasser und ein wenige Tage oder manchmal gar nur Stunden existierender, reißender Strom wogt durch die Schluchten.

KamelRegen fällt hier ausschließlich zwischen Oktober und März vom Himmel und dann auch nur selten in größeren Mengen. Unser ortsansässiger Beduinenguide erklärt uns, dass sich nur sein Urgroßvater an eine nennenswerte Flut erinnern konnte. Ich glaube ihm gerne. Die Sonne steht hoch am Himmel und brennt so unnachgiebig heiß herab, dass es jenseits meiner Vorstellungskraft liegt, im Wadi Rum könnte es jemals Niederschlag geben. Die Gruppe reitet in den spektakulären Rakhbat-Canyon ein und blickt verzückt auf die steilen Felswände, das markante Relief der umliegenden Berge und die wenigen Spuren robuster Vegetation.

Gipfelgenüsse und ein immergrünes Naturwunder

Nach einer angenehm kühlen und sternenklaren Nacht schäle ich mich aus dem Schlafsack und werde schmatzend von meinem Kamel begrüßt. Nicht nur die tierischen Trekkingteilnehmer stärken sich bei einem Frühstück und so beratschlagend wir uns kaffetassenhaltend mit dem Guide, wie die Tagesgestaltung genau aussehen soll. Demokratisch wird sich für das Erklimmen des 1754 Meter hohen Dschabal Ram entschieden. Der zweithöchste Berg Jordaniens bietet ein atemberaubendes Panorama und ist auf seinem Gipfel mit der Landesflagge verziert.

Reiseratgeber
Patriotische Bergsteiger haben sie in überdimensionierter Größe auf das Plateau gezeichnet. Zu meinen Füßen breitet sich, so erscheint es mir wenigstens, das komplette 100 Kilometer lange Wadi bis zum Horizont aus. Mächtige Felsendome, unzählige Spalten und so weit das Auge reicht nicht ein Hinweis auf die menschliche Zivilisation – herrlich! Unten im Tal erblicke ich einen Baum in „Einzellage“. Er zeigt sich völlig unbeeindruckt von der Hitze und seine Blätter strahlen in einem leuchtenden Grün zu mir herauf – wie er wohl seinen Flüssigkeitsbedarf deckt?

Jordanien Kameltrekking: Auf den Spuren eines Leinwandhelden

Viele wichtige Szenen des oscarprämierten Hollywoodklassikers „Lawrence von Arabien“ wurden im Wadi Rum gedreht. Mein Kamel schaukelt auf eine kleine Oase zu und ich erlebe ein Déjà-vu: Das hübsche Plätzchen kommt mir bekannt vor und tatsächlich: An der Lawrence Spring, so erklärt der Touristenführer, hatte der Film-Prinz Faisal sein Lager aufgeschlagen.

Hier weiterlesen: Meine Tunesien-Reise: Eine Kameltour in die Sahara
Bildquelle: ©iStock.com/virga8, ©iStock.com/kostab

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