Meine Reise nach Tibet: Ungewöhnliche Reise zum Dach der Welt

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6. April 2016 um 15:54 Uhr

Meine Reise nach Tibet Ungewhnliche Reise zum Dach der WeltAutor SebastianWer an Tibet denkt, der hat sofort Assoziationen an tugendhafte Mönche, beeindruckende Tempelanlagen und Buddhas vor Augen. Mir geht es genauso. Doch nicht nur die einzigartige Kultur und die monumentalen Bauwerke haben mich dazu veranlasst, die Reise zum Dach der Welt anzutreten. Die Natur übt die größte Faszination auf mich aus. Und wie kann man besser die verschiedensten Gesichter des Landes entdecken, als mit der Bahn? Auf geht es mit der Tibet-Bahn.

Die Reise beginnt in Peking

Es ist eines der größten Eisenbahnprojekte, welches im 21. Jahrhundert fertiggestellt wurde. Doch das ist nicht der einzige Rekord, den die Tibet-Bahn, die wegen ihres gleichnamigen Zielbahnhofs auch als Lhasa-Bahn bezeichnet wird, aufgestellt hat: An der Strecke liegt auch der höchste Bahnhof und der höchstgelegene Tunnel. Die Bahn startet in Peking. Da war es vor der Abfahrt mit dem Zug für mich klar, dass ich mir Peking einmal etwas genauer anschaue. Auf meinem Programm stand die Verbotene Stadt. Dieser Kaiserpalast hat seinen mysteriösen Namen der Tatsache zu verdanken, dass die einfache Bevölkerung keinen Zutritt zu der Anlage hatten. Vom Jingshan-Hügel aus hat man übrigens einen beeindruckenden Überblick über die gesamte Anlage.

Unterwegs auf der höchsten Eisenbahnstrecke der Welt

Am nächsten Tag ging es dann auf zum Bahnhof. Es ist ein wahrer Kontrast, der sich mir auf dieser Reise bietet: Zuerst die Metropole Peking, in der das Leben pulsiert und nun die Fahrt durch menschenleere Naturgebiete. Bevor es aber nach Lhasa geht, lasse ich mir die Chance nicht nehmen, einige Sehenswürdigkeiten auf dem Weg mitzunehmen. Mein nächstes Ziel: Das Gelbmützen-Kloster Kumbum. Hört sich seltsam an, aber wer das beeindruckende Kloster einmal gesehen hat, erahnt sofort, woher der Name stammt: Riesige Türme in Form von Hüten zieren das Bauwerk. Der Name beruht aber noch auf einer anderen Tatsache.

Reiseratgeber
Der tibetische Mönch Tsong Khapa gründete eine Schule, in der die alten Mönchsideale im Fokus standen. Um sich von anderen Schulen abzuheben, führte er gelbe Mützen als Erkennungsmerkmal ein.

Angekommen auf dem Dach der Welt

Nun geht es hinauf auf das Hochland von Tibet, das auch als Dach der Welt bekannt ist. Es ist eine der eindrucksvollsten Landschaften unserer Erde und das kann ich nur bestätigen. In der Ferne ragen die Ausläufer des Kunlun-Gebirges in die Höhe. Es ist das ganze Jahr über mit Schnee bedeckt. Der Zug überquert den Kunlun-Pass, der in einer Höhe von 4.837 m liegt. Es geht noch weiter nach oben und der Zug durchquert den höchsten Eisenbahntunnel der Welt. Er befindet sich auf 4.905 m Höhe. In diesem Gebiet entspringen einige der mächtigsten Flüsse in ganz Asien: Zu nennen wäre da der Jangtse, der Brahmaputra, der Indus und der Mekong. Es geht entlang des Gebirgsmassivs Nyainqentangra Shan. Berge von unglaublichen 7.000 m Höhe ragen hier in den Himmel. Am TanggulaPass macht der Zug eine Pause. Zeit für ein Erinnerungsfoto, auch wenn es draußen wirklich eisig kalt ist. Aber auf 5.072 m Höhe ist das sicherlich normal.

Video: Arte Doku: Tibet – Tafelfreuden, Tsampa und Buttertee

Atemberaubende Landschaften, gastfreundliche Menschen und unvergessliche Eindrücke

Es war eine Reise in eine andere Welt. Auf dieser Fahrt habe ich Eindrücke gesammelt, die ich mein Leben lang nicht mehr vergessen werde. Auf dem Dach der Welt war ich dem Himmel so nah, wie nie zuvor. Nicht umsonst wird die Tibet-Bahn auch als Himmelsbahn bezeichnet.

Titelbild: © istock.com – Byelikova_Oksana

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Sebastian Höhn

Sebastian Höhn ist 23 Jahre alt und studiert Multimedia-Marketing an der FH Schmalkalden. So oft es sein Geldbeutel zulässt, versucht er fremde Länder zu bereisen und neue Abenteuer zu erleben. Er liebt es spontan mit dem Auto durch ein unbekanntes Land zu fahren und seinen Urlaub flexibel zu gestalten.