Das schönste Naturwunder: Meine Reise zum Grand Canyon

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27. Oktober 2016 um 09:00 Uhr

Autor Klaus PetersSonnenuntergang Grand CanyonVom Rand des Grand Canyon tief in die Erdgeschichte blicken – ein Wunschtraum, den ich mir schon lange erfüllen wollte. Nun ist es soweit! Aufgeregt nehme ich in der Rundflugmaschine, die von Las Vegas aus startet Platz, um mich zum größten Naturspektakel der USA befördern zu lassen.

Die „Große Schlucht“ aus der Luft

Nach dem Takeoff nimmt der Pilot der kleinen Propellermaschine Kurs auf die Bergwelt und ich starre wie gebannt aus dem Fenster. Plötzlich öffnet sich das felsige Gelände unter meinen Augen und erlaubt mir den ersten Blick auf den weltberühmten Colorado River. Steil und mächtig fallen die Felswände zu beiden Seiten ab.

Ich zücke meine Kamera und fotografiere wie von Sinnen. Diese Farben, die bombastischen Perspektiven und die unterschiedlichen Vegetationszonen ziehen mich sofort in ihren Bann. Wie die Äste eines überdimensionierten, steinernen Baumes verzweigen sich die Neben-Canyons und schneiden tiefe Furchen in das Colorado-Plateau. Als der Pilot über eine unerwartet abrupt abfallende Kante hinausfliegt, durchfährt mich ein wohliger Adrenalinschauer. Dieser Rundflug ist nicht nur einzigartig schön, sondern auch spektakulär!

Mit dem Auto zu den View-Points

Wer im Grand-Canyon-Gebiet unterwegs ist, braucht viel Zeit und einen zuverlässigen, fahrbaren Untersatz. Das zumindest hat mir die Dame am Schalter der Autovermietung erzählt. Dass es sich bei ihrer Aussage nicht nur um eine umsatzsteigernde Floskel gehandelt hat, merke ich schnell. Die Distanzen zwischen den einzelnen Highlights sind weit. Das stört mich wenig, denn hinter jeder Weggabelung entdecke ich neue Plätze von atemberaubender Schönheit. Dennoch sind es natürlich die berühmten Aussichtspunkte, die mich wie Magnete anziehen. Ich steuere unter anderem

  • den „Bright Angel Point“
  • das „Grand Canyon Village“
  • den „Point Imperial“
  • sowie das „Cape Royal“

an. Von letztgenanntem View-Point aus kann das „Angels Window“ bestaunt werden. Diese ungewöhnliche Felsformation besteht aus einem wuchtigen Steinbogen, der sich über ein Loch im Berg spannt. Ich habe Glück, gerade als ich dort ankomme, blinzelt die Sonne durch dieses „Fenster“ und taucht die Location in ein samtenes Licht.

Video: Grand Canyon – Amerikas Naturjuwel Doku (2008)

Nichts für schwache Nerven: wandern im Grand Canyon

Rund vier Monate bevor ich in die USA aufgebrochen bin, habe ich einen Antrag für eine Übernachtungserlaubnis im Grand Canyon gestellt – zu meiner großen Freunde wurde sie bewilligt. Keine Selbstverständlichkeit, schließlich besuchen täglich knapp 20.000 Gäste den Nationalpark. Mit dieser „Permit“ in der Tasche, starte ich meine Wanderung hinunter in den 1500 Meter tiefer gelegenen Grund.

Fünf Klimazonen und über 1,5 Millionen Jahre Erdgeschichte ziehen an mir vorüber und ich bin nicht nur von der schmalen Wegführung und der Anstrengung atemlos! Vor allem der farbliche Facettenreichtum der Felswände hat es mir angetan. Obwohl es oben am Rand des Canyon verhältnismäßig kühl war, merke ich rasch, wie das Thermometer ansteigt. Im Camp unten angekommen, herrscht brütende Hitze. Unglaublich.

Eine Landschaft voller Mystik und Magie

Mein Aufenthalt am Grand Canyon hat mich zwei Dinge gelehrt: Das erste ist, Demut vor der Allmacht der Natur zu haben. Zweitens wurde mir bei jedem Schritt an diesem fantastischen Naturwunder bewusst, wie schön und schützenswert unser Blauer Planet ist!

Titelbild: ©istock – bluebeat76

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