Reisebericht Gran Canaria: Mein Trip auf die Kanareninsel

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20. März 2014 um 14:08 Uhr

Gran Canaria - die FrühlingsinselAutoren NinaIch bin kein Fan des Massentourismus und deshalb habe ich Ferien auf den kanarischen Inseln immer galant umgangen. Nach den flammenden Reden und schillernden Erlebnissen einiger Bekannter, die auf Gran Canaria Urlaub machten, wollte ich es aber dann doch wissen und kaufte mir ein Ticket für eine Reise in den „ewigen Frühling“!

 

 

Playa del Inglés – umzingelt von Feierfreudigen

Wer die Ruhe und Einsamkeit sucht, ist im Süden Gran Kanarias völlig falsch. Mir war das durchaus bewusst und so bin ich wenig überrascht, als ich zu einem Abendspaziergang gen Küste aufbreche und mitten im schönsten Tumult lande. Zuerst übe ich mich im Fremdschämen, ob dieser Ausschweifungen doch dann wird mir klar: Die Menschen wollen in ihren Ferien einmal aus sich herausgehen.

Sie tun niemanden etwas zu leide und feiern in den Bars, Discotheken und Clubs von Inglés das Leben selbst. Ich lasse mich zur neonbeleuchteten Plaza de Maspalomas treiben und stelle zu meiner eigenen Überraschung fest: Es macht mir Spaß durch die Geschäfte zu ziehen, in einer Kneipe einen Drink zu bestellen und Schlagerrhythmen aus den Lokalitäten zu vernehmen.

Ich hätte nie gedacht, dass sich ein solcher Abend in meinem Reisebericht finden würde, aber ich genieße die gute Stimmung der Partymeilen. Playa del Inglés ist seit vielen Jahren ein wichtiger Hotspot für die europäische Gay-Community. Händchenhaltende Paare aller Couleur wandeln verliebt durch die Straßen und niemand stört sich auch nur im Geringsten daran. Flirten, einen über den Durst trinken und tolerant nach allen Seiten sein – hier ist das scheinbar möglich.

Hinauf zum Wolkenfelsen – Wandern auf Gran Canaria

Als passionierter Wanderfreund gehören die Inselberge selbstverständlich in meinen Reisebericht. Das Wahrzeichen des Eilandes ist der 1803 Meter hoch gelegene Roque Nublo, der Wolkenfels. Der 80 Meter große Monolith liegt auf einem flachen Gipfelplateau und sieht aus, als hätte eine göttliche Macht ihn hier nur mal eben abgestellt. Ich fahre mit meinem Leihwagen zum Parkplatz an der Südseite und brauche dann zu Fuß nur circa 25 Minuten bis zum Felsen.

Landschaftlich zwar überwältigt, aber sportlich nicht besonders gefordert entscheide ich mich spontan zu einem Rundweg. Ich will auf das Dach Gran Kanarias: Den Pico de las Nieves. Zuerst laufe ich von den Hängen des Roque Nublo herab, erblicke dabei den Teide auf der Nachbarinsel Teneriffa und streife dann durch eine Senke. Es ist schon fast Mittag und so knallt die Sonne erbarmungslos in meinen Nacken. Wenige Minuten später verstehe ich, warum Gran Canaria als „Kontinent im Kleinen“ bezeichnet wird.

Nach der sengenden Hitze jagen nun dichte Nebelbänke um die Felsen herum und funkeln mit dem Atlantik um die Wette. Nach eineinhalb Stunden stehe ich auf dem Gipfel und bin überwältigt. Das Panorama ist fantastisch, die Wolken sind weg und ich muss mich zusammenreißen, um nicht á la Titanic den „König der Welt“-Schrei loszulassen.

Erholung an Gran Kanarias Stränden

Nach der spontanen Bergtour gestern bin ich etwas lädiert. Vom Muskelkater geplagt humple ich in die Hotellobby und schaue mich auf der Infotafel um. Ich brauche heute dringend Erholung. Mehrere Fotos prämieren die besten Strände der Insel und der direkt vor dem Hotel soll, oh Wunder der angeblich Schönste sein. Ich will dieses Ranking auf seinen Wahrheitsgehalt hin überprüfen und steure zuerst einmal die Bucht von Playa del Inglés an.

Feiner Sand, eine Sonnenschirm-Armada und flachabfallende Ufer – perfekt. Ich lege mich mit ausgebreiteten Armen ins Wasser, den Kopf im Nacken und lasse mir die Sonne auf den Bauch scheinen. Der Wellengang ist eher moderat und ich werden von den Wogen ganz sachte ans Ufer gespült. Ein Blick nach links und rechts verrät mir, dass die Touristenhochburg Inglés wohl einen der längsten Strände ganz Spaniens besitzen muss.

Hinter’m Horizont geht’s weiter“ vor mich hin summend, gehe ich zu meinem Leihauto zurück, um meine Entdeckertour fortzusetzen. In Puerto de Mogan ist wenig los und die kleine Bucht versteckt sich zwischen zwei Felsvorsprüngen. Viele Kinder tollen am Ufer herum oder üben im grün-bläulichen Wasser mit den Schwimmflügeln. Die Straße führt mich zur Nordspitze Gran Canarias. Dort liegt die atemberaubende Playa de las Nieves, der Schneestrand und ich stürze mich nach der langen Autofahrt gerne in ihre glasklaren Fluten.

Gran Kanaria – Urlaubsparadies für Jedermann

So unterschiedlich die Naturräume der Insel sind, so vielfältig sind die Freizeitbeschäftigungen, die hier auf Reisende warten. Will man zwei Wochen zwischen Strand, Buffet und Disco hin und her pendeln, ist das kein Problem. Wassersportlich, kulturell und alpinistisch kommt man aber auch auf seine Kosten. Mein Reisebericht soll vor allem die Vielfalt Gran Canarias unterstreichen!

Bild: © pisels – Fotolia.com