Mein Ausflug in Hagenbecks Tierpark: Besuch des Tropenaquariums

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3. Dezember 2015 um 16:24 Uhr

hagenbeck tierparkbrian_©iStock.com_spfotoIch fahre mit der U-Bahnlinie 2 bis zur Haltestelle „Hagebecks Tierpark“ und stehe alsbald vor dem weitläufigsten, privatgeführten Großzoo Deutschlands. Die Elefanten, Walrosse und Eisbären müssen allerdings auf mich verzichten – mein Ziel ist das Tropenaquarium.
 
 
 

Im Angesicht der Haie

Von außen sieht das Tropenaquarium aus wie eine Festung. Nur wenige Fenster und eine kahle, weiße Wand sollen wahrscheinlich den Kontrast zum im Inneren erwartbaren exotischen Antlitz formulieren. Ich betrete das 8000 Quadratmeter große Gebäude und fühle mich sogleich an den Äquator versetzt. Affen sitzen in den immergrünen Bäumen und buntgefiederte Vögel gleiten lautlos über den Besuchern. Etwas unschlüssig stehe ich vor einem Wegweiser und studiere aufmerksam die Attraktionen, die in den unterschiedlichen Richtungen auf mich warten. Meine Wahl fällt auf das Haifischbecken.

Vor einer 14 mal 6 Meter großen Acrylscheibe stehend, zucke ich unweigerlich zurück: Zwei mächtige Riffhaie steuern schnurgerade und direkt auf mich zu und blicken finster durch das Glas. Für einen kurzen Moment habe ich völlig vergessen, dass ich auf dem Trockenen stehe und mir die Meeresräuber gar nichts anhaben können – aber dank der konkavgebogenen Scheibe wirkt das Szenario unglaublich real!

Video: Walrossnachwuchs im Hamburger Tierpark

Im Reich der Schlangen

Das Tropenaquarium ist in vier Themenbereiche eingeteilt: Höhlenwelt, Unterwasserwelt, Tropenwelt und das Giftschlangendorf. Nachdem ich mit vor Staunen offenem Mund vor 29 Bassins verweilte, ziehe ich den Übersichtsplan hervor und suche nach dem kürzesten Welt zu den Reptilien. Eigentlich habe ich eine Heidenangst vor Schlangen. Dieser gilt es sich jetzt zu stellen. Vermeintlich tapfer und jedwedes Ekelgefühl unterdrückend, schlendere ich auf den Eingang des Giftschlangendorfes zu und weiß bald nicht mehr ob ich weg- oder hingucken soll. Beim Anblick der Location, die die Raumgestalter des Zoos geschaffen haben, fällt mir sofort das Wort „mystisch“ ein.

Die Tiere winden sich tatsächlich durch ein kleines Häuserensemble, dösen auf Stühlen und ringeln sich auf Öfen zusammen. Das Schlangendorf sieht aus wie eine Geisterstadt, die die Menschen mitten in den Tropen verlassen und die Tiere für sich entdeckt haben. Gigantisch. Eine Grüne Mamba windet sich einen Dachbalken hinauf und ich kann nicht umhin diese Geschöpfe zunehmend faszinierender zu finden!

Immergrün oder stets dunkel

Die Illusion, die dem Tropenaquarium gelingt, fängt mich perfekt ein. Immer wieder verliere ich völlig aus dem Auge, dass ich mich eigentlich im nördlich, kühlen Hamburg aufhalte. Das warme Raumklima, die vielen verschiedenen Gewächse und der Gesang der hier lebenden Tiere tun ihr Übriges. Ich sehe einigen frechen Lemuren beim Spielen zu und blicke auf am Ufer eines künstlichen Teichs liegende Krokodile hinab. Bromelien blühen und an einer Palme gedeihen sogar Kokosnüsse. Ganz anders in der benachbarten Höhlenwelt.

Reiseratgeber
Die Dunkelheit verunsichert zunächst, doch versteht sie auch zu verzaubern. Die Besucher sollen einen Eindruck davon bekommen, wie Fledermäuse sich des nachts orientieren. Ich bin begeistert, mit welchen Illusionen die Designer gearbeitet haben. Zwergfledermäuse, Kleine Abendsegler und sogenannte Trichterohren hängen von der Decke der inszenierten Höhle und starren ungerührt Richtung Besucher. Sie scheinen nicht die Absicht zu haben, sich von irgendetwas aus der Ruhe bringen zu lassen.

Ein Universum für sich: das Tropenaquarium

Ich habe Zeit und Raum verloren. Als ich nach gut drei Stunden in den Tropen wieder aus dem Zoogebäude heraustrete, blinzle ich ungläubig und etwas desorientiert in den hanseatischen Wolkenhimmel. Mein Kurztrip an den artenreichen Äquator war so real, dass mir nun alles unwirklich vorkommt!

Titelbild: © istock.com – mouse_sonya