Lüneburg Reise – Mein Ausflug in die Hansestadt

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7. März 2019 um 08:44 Uhr
Autor Ralf MüllerLüneburger MarktplatzHört man Lüneburg, denkt man zuallererst an die Lüneburger Heide. Meine Vorstellung von der Hansestadt Lüneburg war bis vor kurzem äußerst vage. Durch Zufall musste ich in Lüneburg übernachten und so hat sich die Gelegenheit für eine Besichtigung ergeben. Was ich bei meinem Rundgang zwischen dem Ilmenauufer und dem Kalkberg entdeckt habe, hätte ich mir niemals erwartet.

 

Ein 225 Meter langer Platz im Zentrum von Lüneburg

Nachdem ich die Nacht in einem Hotel in Bahnhofsnähe verbracht hatte, machte ich mich am nächsten Morgen auf den Weg ins Zentrum. Sobald man den Lösegraben überquert und das Ufer der Ilmenau erreicht hat, zeigt sich das bezaubernde Gesicht der Stadt.

Bei der Abtsmühle geht man über eine Fußgängerbrücke und betritt die Innenstadt durch das Tor im Wasserturm. Der Backsteinturm wurde in den Jahren 1530 und 1531 erbaut und ist damit der älteste Wasserturm Deutschlands.

Es lohnt sich, ein paar Hundert Meter am Flussufer entlangzulaufen. Flussabwärts erreicht man nach einigen Schritten einen fast 700 Jahre alten hölzernen Kran mit Kupferbedeckung, der zur Beladung der Schiffe im Lüneburger Hafen diente. Flussaufwärts geht es vorbei an der evangelisch-lutherische Johanniskirche zur Ratsmühle und zum Wasserturmmuseum. Gleich nebenan liegt der größte Platz der Stadt.

Der mittelalterliche Platz Am Sande ist 225 Meter lang und 35 Meter breit. Die Fassaden der Häuser sind herausragende Beispiele norddeutscher Backsteinarchitektur mit Treppengiebeln. Ganz außergewöhnlich ist das Gebäude der Industrie- und Handelskammer und auch das Portal der nahen Alten Rathsapotheke ist ein Schmuckstück vergangener Zeiten.

Video: Lüneburg – Stadt-Rundgang [VLOG]

Salz am Kalkberg und das Senkungsgebiet

Die Altstadt Lüneburgs liegt über einem Salzvorkommen, das Wirtschaft und Handel der Stadt seit dem 12. Jahrhundert prägte. Am Ort der 1980 stillgelegten Saline kann man heute das Deutsche Salzmuseum besuchen. Wenn man durch die Straßen zwischen Salzmuseum und Kalkberg spaziert, sieht man deutlich, dass sich der Boden abgesenkt hat und Häuser in Schräglage geraten sind.

Das Senkungsgebiet liegt über dem Bereich des Salzstockes, aus dem früher Salz gewonnen wurde. Ein Rundgang durch das Viertel gehört zum Pflichtprogramm einer Lüneburg-Reise. Einige Gebäude waren sogar einsturzgefährdet und mussten abgerissen werden. Am Gipfel des Kalkbergs steht das Gebäude der ehemaligen Gipsbrennerei, interessanter ist aber der Blick über die Stadt.

Beobachtungen für eine zweite Lüneburg-Reise

Wenn man mit den Bewohnern einer Stadt ins Gespräch kommt, entsteht ein Bild dessen, was sehenswert ist und wofür man bei einem kurzen Ausflug keine Zeit findet. So habe ich mir vorgenommen, dass ich bei meinem nächsten Besuch in Lüneburg das Brauereimuseum besichtigen werde. Neben einem kupfernen Braukessel und Utensilien zum Bierbrauen gehören Trinkgefäße aus 1000 Jahren zu den Exponaten.

Von den über 80 eigenständigen Brauereien der Stadt sind zwei Kleinbrauereien übrig und heute noch in Betrieb. Die Salztherme Lüneburg gehört zu den größten Freizeitbändern in Norddeutschland. Die Therme neben dem Kurpark macht einen einladenden Eindruck, sodass ich mir einen Besuch im Sauna- und Wellnessbereich vorgenommen habe. Der industrielle Salzabbau ist zwar wirtschaftlich nicht mehr rentabel, das Thermalwasser enthält aber noch immer Salz aus den Lagerstätten unter der Stadt.

Reiseratgeber

Fazit: Lüneburg – Einer der faszinierendsten Städte Deutschlands

Für meine erste Lüneburg-Reise hatte kein Besichtigungsprogramm geplant und so habe die Stadt auf mich zukommen lassen. Ein Tagesauslug in die Hansestadt war ausreichend, um von der Stadt am nordöstlichen Rand der Heide eingenommen zu werden. Die engen Gassen mit alten Backsteingebäuden üben eine faszinierende Wirkung auf einen aus und wenn man durch die Stadt läuft, kann man das eine oder andere Juwel entdecken.

Titelbild: © iStock: Titelbild – RSfotography
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