Meine Kreuzfahrt durch die Antarktis

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28. Januar 2014 um 15:19 Uhr

Eine Kreuzfahrt in der Antarktis
Author Helge

Es gibt Menschen, die ihr Leben lang einem Traum nachhängen – bis es irgendwann zu spät ist. Meinen Traum wollte ich erleben: Einmal eine Kreuzfahrt durch die Antarktis machen! Glücklicherweise konnte ich meinen Partner mit meiner Begeisterung anstecken, und so machten wir uns gemeinsam auf, Pinguine und Eisgletscher zu besuchen. Zunächst stöberten wir stundenlang im Internet, um den geeigneten Anbieter, die interessanteste Route und das für uns am besten passende Angebot zu finden. Dabei schwelgten wir in Bildern und Beschreibungen und genossen schon mal eine gute Portion Urlaubsvorfreude.

Und die Auswahl an unterschiedlichen Routen im Internet ist riesig, wie man z.B. hier sehen kann. Endlich war es dann soweit, die Koffer wurden gepackt, und das Abenteuer konnte beginnen.

Unser Traumschiff

Als wir das Schiff betraten, waren wir sofort begeistert. Ich wurde von meinem Mann sehr gelobt, denn schließlich habe ich im Internet das passende Angebot gefunden: Unser Traumschiff für die Kreuzfahrt durch die Antarktis war nicht nur rein äußerlich schon traumhaft schön anzuschauen, es bot obendrein auch noch eine luxuriöse Ausstattung, die das Leben an Bord zum ungetrübten Vergnügen machte. Wir hatten eine Zweier-Außenkabine gebucht, so dass wir auch dann, wenn wir uns in der großzügigen Kabine aufhielten, die übrigens eine eigene Nasszelle mit Dusche und WC aufwies, immer den Blick nach Draußen genießen konnten. Unser Schiff, die Fram, Hurtigruten, fährt unter norwegischer Flagge, an Bord wird Deutsch, Englisch und Norwegisch gesprochen. Die Fram ist ein modernes Kreuzfahrtschiff, das erst 2007 gebaut wurde und mit der Eisklasse 1B speziell für Fahrten in das Arktis und Antarktis ausgerüstet ist. Sie verfügt auf einer Länge von 110 Metern und einer Breite von 20 Metern über 6 Decks, ein Restaurant, eine Cafeteria und eine Bar. Die bis zu 280 Passagiere sind in 136 Kabinen und Suiten untergebracht und werden von 70 Crewmitgliedern betreut.

Die Reiseroute

Man kann unterschiedliche Routen wählen, wir haben uns für eine etwas längere Fahrt entschieden, denn wir wollten so viel wie möglich sehen und erleben. Von Deutschland aus flogen wir zunächst nach Buenos Aires, der Hauptstadt Argentiniens. Nach einer Übernachtung ging es weiter zum Flughafen in Ushuaia in Feuerland, einem der südlichsten Flughäfen der Welt. Im Hafen von Ushuaia erwartete uns schon die Fram, und endlich begann unsere Kreuzfahrt durch die Antarktis! Zunächst steuerten wir die Antarktische Halbinsel an, auf dem Weg dorthin lernten wir die Drake Passage kennen, eine rund 1000 Kilometer breite Meeresstraße, die sich zwischen der Spitze von Südamerika und den Süd-Shetlandinseln erstreckt und nach dem legendären englischen Seefahrer Sir Francis Drake benannt ist. Mehrere Tage verbrachten wir in den Gewässern rund um die Antarktische Halbinsel, dann nahmen wir Kurs auf Südgeorgien und die Süd-Sandwichinseln, deren lustiger Name nichts mit einem Imbiss zu tun hat, sondern auf den englischen Staatsmann Earl of Sandwich zurückgeht. Dieser gilt jedoch tatsächlich als Erfinder dieser leckeren Zwischenmahlzeit. Nächstes Ziel unserer Reise waren die berühmten Falklandinseln, wo wir uns ebenfalls einige Tage aufhielten, um von dort aus Buenos Aires anzusteuern. Hier hatten wir, sozusagen als krönenden Abschluss, noch Gelegenheit, die faszinierende Metropole kennen zu lernen, bevor wir die Heimreise antreten mussten.

Das Leben an Bord

Das Wesen einer Kreuzfahrt besteht ja darin, per Schiff die schönsten Gegenden aufzusuchen, bei Landgängen interessante Sehenswürdigkeiten zu bestaunen und ansonsten die Vergnügungen des Bordlebens zu genießen. Das Leben an Bord der Fram war immer sehr abwechslungsreich, auch wenn wir teils mehrere Tage auf hoher See waren und keine Ausflüge auf dem Programm standen. Zu den Annehmlichkeiten an Bord zählen der große Panorama-Salon, der einzigartige Ausblicke auf Eisgletscher und Pinguine erlaubt, das Sonnendeck, die Sauna, der Fitnessraum, die beiden Whirlpools und der Shop. Selbstverständlich wird Internetzugang geboten. Da im Reisepreis fast alle Extras schon inbegriffen waren, genossen wir das Bordleben wirklich in vollen Zügen, die traumhaft arrangierten Menüs, den kostenlosen Kaffee oder Tee, die interessanten Vorträge und nicht zuletzt die liebevolle, aufmerksame Betreuung durch die Crew.

Landgänge und Ausflüge

Unter anderem stellen Landgänge die Highlights auf einer Kreuzfahrt dar. Wir hatten Gelegenheit, mit motorbetriebenen Zodiacs auch die entlegensten Winkel der Antarktis entdecken. Die Exkursionen mit diesen Polar-Circle-Booten wurden von erfahrenen Reiseleitern begleitet, die uns auf die Besonderheiten unterwegs vorbereitet haben. Auf diese Weise konnten wir Eisgletscher, Pinguine und atemberaubende Naturschauspiele in nahezu unerschlossenen und spannenden Regionen hautnah erleben – einfach traumhaft! Neben dem Erkunden der Antarktischen Halbinsel war vor allem der Ausflug nach Südgeorgien wunderschön, denn hier trafen wir auf unzählige Vogelarten, konnten die historische Walfangstation und das Museum besichtigen und sahen mehrere Pinguin-Arten sowie See-Elefanten und Pelzrobben. Auch der Besuch der Falklandinseln war hochinteressant, denn auf diesen rund 200 Inseln, die britisches Überseegebiet darstellen, trifft man auf eine ausgesprochen reizvolle, sanft hügelige Landschaft und eine vielseitige Flora und Fauna. Man kann unter anderem Albatrosse und Seebären bewundern. Besonders informativ war die Begleitung durch unsere deutschsprachige Reiseleitung, denn auf diese Weise konnten wir im Rahmen unserer Exkursionen sehr viel Interessantes und Spannendes erfahren. Wir haben einen unvergleichlich schönen Urlaub verbracht – genau so, wie ich es mir schon immer erträumt hatte.

Foto: © hecke71 – Fotolia.com

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