Wandern im Kleinwalsertal – wie ich das Allgäu zu Fuß entdeckte

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21. Oktober 2015 um 09:19 Uhr
Wandern in Österreich

Gottesackerplateau

Author HelgeEine Wanderung durch das Kleinwalsertal ist eine Begegnung mit der Natur, die unauslöschliche Eindrücke hinterlässt. Meine Route führte mich zum Gottesackerplateau, eine einzigartige, botanisch und geologisch interessante Tour, auf der man die faszinierenden bizarren Felsformationen bewundern kann.

Von der Ifenhütte ins Wäldele – die Reise beginnt

Für die Wanderung von knapp sechs Stunden war ich gut gerüstet. Festes Schuhwerk ist hier zwingend erforderlich. Ein Weg, der nicht unbedingt für ungeübte Wanderer geeignet ist. Er erfordert ein gewisses Maß an Trittsicherheit und sollte nur bei guter Sicht eingeschlagen werden. Wer diese Voraussetzungen berücksichtigt darf sich auf den fantastischen Anblick tiefer Spalten und zerklüfteter Felsen freuen.

Meine Reise begann in Oberstdorf. Von dort fuhr ich mit dem Bus ins Kleinwalsertal und gelangte mit einmal Umsteigen zur Auenhütte. Von dort ging die Fahrt mit dem Sessellift weiter zu der in 1.586 Metern hoch gelegenen Ifenhütte. Durch steiniges Gebiet geht es nun zu Fuß in sanften Kehren bis zum Hahnenköpfle in 2080 Metern Höhe. Vor mir liegt das Gottesackerplateau mit seiner faszinierenden Schönheit. Tiefe kerben im Gestein zeugen von aus der Höhe herabfließendem Wasser, dass den Stein ausgehölt hat. Die Sonne meint es gut mit mir und taucht das Szenario in ein unglaublich schönes Lichtspiel. Ein kleiner Felsengarten mit hier und da spärlicher Vegetation breitet sich vor meinen Augen aus. Alpenrosen, Silberwurz und Frühlingsenzian verleiten mich zu einer kurzen Rast.

Video: Wandern im Kleinwalsertal

Vom Plateau bis zur Gottesacker-Alpe

Kleinwalsertal

Kleinwalsertal

Der Pfad über das Plateau ist gut gekennzeichnet. Wie ich vorab gelesen habe, ist dies auch notwendig, da hier oben die Sichtverhältnisse bei Nebel sehr eingeschränkt sind. Ohne die gelben Markierungen wäre es wohl zu gefährlich. Die vielen Spalten können dann schnell zu einer Bedrohung werden. Aber auch bei guter Sicht leisten die Markierungen gute Dienste, wie ich bald feststellen sollte. Ich folge dem Gratweg hinauf zu den Karstfeldern. Der klare Himmel erlaubt mir einen Blick auf den Bodensee in der Ferne. Der Wind weht für diese Höhe ungewöhnlich sanft, während die Sonne sich warm auf meine Haut brennt.

Einige Minuten lasse ich dieses wunderbare Idyll auf mich wirken und reiße mich dann von dem schönen Anblick und der herrlichen Stimmung los. Mein weiterer Weg führt mich über eine zunehmend grünere Vegetation hinauf zur Gottesacker-Alpe, wo ich vom fröhlichen Klingen einer Kuhglocke empfangen werde. Es gibt sie noch, die Almkühe.

Der Abstieg

Von hier geht es nun wieder hinab ins felsige Kürental. Mein Weg führt mich durch das Gottesackerloch. Die kleine Felsenkluft ist zwar nicht sehr steil, aber dennoch etwas beschwerlich zu meistern. Durch Krummholzgassen geht es vorbei an steinzeitlichen Funden zur Alpe Schneiderküren, einer Jagdhütte im Kürental, von der es durch felsiges Waldgebiet weiter bergab geht. Der Kürenwald duftet herrlich nach frischem Grün und mit beschwingten Schritt nähere ich mich meinem Ziel.

Reiseratgeber
Mit unvergesslichen Eindrücken im Gepäck und nach insgesamt sechseinhalb Stunden Wanderzeit, bin ich dennoch etwas erschöpft und freue mich schon auf ein kühles Bier in einer netten Gaststätte im Wäldele. Nachdem ich mich ein wenig erholt habe, fahre ich mit dem Walserbus zurück zur Riezler Post und von dort weiter nach Oberstdorf, um den Tag erschöpft aber glücklich zu beschließen.

Ein wunderschöner Tag mit Wiederholungspotenzial

Meine Wanderung durch das Allgäu behalte ich sehr gerne in guter Erinnerung. Diesmal hatte ich die Strapazen allein auf mich genommen, aber ich werde mit Freunden wiederkommen. Die bezaubernden Eindrücke des Kleinwalsertals möchte man gerne mit anderen teilen – und genau das werde ich hoffentlich bald tun.

Titelbild: © istock.com – Astrid Gast
Textbild: © istock.com – tobiasnaumann

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