Reisebericht Havanna: Karibikmetropole mit unverwechselbarem Charme

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20. Februar 2014 um 15:06 Uhr

Havanna KubalauraIch werde von einem nostalgischen, US-amerikanischen Straßenkreuzer am Flughafen Havannas abgeholt und zum Hotel chauffiert. Der Fahrer berichtet mir mit breitem Grinsen und sonnengegerbtem Gesicht über die Schönheiten seiner Heimatstadt und ich inhaliere erstmalig die Rumba-Klänge und Zigarren-Düfte einer Weltmetropole.

 

Spanische Architektur – nostalgisches Havanna

Im Jahre 1763 begann der Bau der La Cabana. Die zehn Hektar große Festungsanlage ist das gewaltigste Fort, dass die Spanier je in der Neuen Welt errichteten. Es ist schon früher Abend als ich auf dem weitläufigen Gelände umherspaziere und die sehenswerten Ausstellungen durchstreife. Eines der Highlights in meinem Reisebericht meint das Erleben der „Kanonenschusszeremonie„: Täglich um 20.45 Uhr marschieren Soldaten in Uniformen aus dem 18. Jahrhundert auf, um diese alte Tradition zu pflegen.

Da in Kuba das Schließen der Stadttore dereinst mit einem Schuss angekündigt wurde, hält man dieses Prozedere auch noch heute in Ehren. Ich stehe in der Menschenmenge, den Fotoapparat im Anschlag und bin begeistert. Um Punkt 21 Uhr beendet der Kanonenschlag die feierliche Veranstaltung und die Kuppel des Kapitols grüßt gleichzeitig mit einem Leuchtfeuer. Dies gilt vielen Kubanern als Startschuss für das Nachtleben.

Fidel’s Geschichte und dichter Qualm

Die politischen Veränderungen auf Kuba werden vor allem mit einem Namen verbunden: Fidel Castro. Ich bin interessiert an der nationalen Darstellung der damaligen Ereignisse und kaufe eine Eintrittskarte für das Revolutionsmuseum im Präsidentenpalast. Alleine das Gebäude ist beeindruckend – eine mächtige Kuppel und viel Pomp erzählen aus der goldenen Ära des karibischen Kommunismus.

Herzstück der Sammlung ist das Boot „Granma“, mit dem Castro, Che Guevara und 80 weitere Revolutionäre von Mexiko nach Kuba übersetzten. Nach diesen teils extrem verklärten Inszenierungen möchte ich Kubas rauchbares Wahrzeichen kennenlernen.

Die Zigarre ist der unangefochtene Exportschlager und es heißt, wer keine Zigarrenfabrik besucht habe, war nicht auf der Karibikinsel. Das möchte ich mir natürlich nicht nachsagen lassen und deshalb fahre ich mittels Retro-Taxi in die Altstadt. Dort empfängt mit das „La Casa del Habano„. Alle Arbeitsschritte für die Herstellung einer echten Havanna werden dort anschaulich erklärt.

Abends auf der Malecón – ein Reisebericht

Die Ufermauer Havannas ist weltberühmt und das nicht ohne Grund. Täglich versammeln sich hier Schaulustige, Straßenmusiker und Angler, um einen herrlichen Sonnenuntergang zu genießen. Gehen anschließend die Lichter der Stadt an, tanzt man zu den Rhythmen der Salsa-Congas oder hört einem einsamen Trompetenspieler zu.

Das pralle Leben scheint sich allabendlich gen Malecón aufzumachen, um Nachtschwärmern einen Zufluchtsort zu geben. Mich zieht es während meines Aufenthalts mehrfach an jenen magischen Ort, an dem Verliebte engumschlungen auf der Kaimauer sitzen und kleine Menschentrauben spontan kubanische Volkslieder zum Besten geben.

Die Malecón verbindet Alt-Havanna mit dem Vergnügungsviertel Vedado. Die dortigen Discotheken und Clubs sind bis in die frühen Morgenstunden gut gefüllt und zeugen von der Lebensfreude der Insulaner.

Als sei die Zeit stehen geblieben

Die Hauptstadt Kubas fesselt mich mit ihrem Nebeneinander unterschiedlichster Baustile und Epochen. Pittoreske, herausgeputzte Altstadtgassen und heruntergekommene Fassaden im sowjetischen Zuckerbäckerbaustil liegen oft nur wenige Schritte voneinander entfernt und über dem riesigen Revolutionsplatz thront das José-Martí-Denkmal.

Bildquelle: Copyright Kamira – shutterstock.com

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