Streetart-Map Berlin – der Location-Finder für Fans urbaner Kunst in der Hauptstadt

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18. Dezember 2019 um 12:53 Uhr

Autor SebastianStreetart in BerlinBerlin ist stets eine Reise wert – und selbst die Einheimischen finden in ihrer Stadt immer wieder neue Spots, die es zu erkunden lohnt. Ich habe mich auf die Straßen Berlins begeben und konnte Dank der Streetart-Map Berlin aus einer ganz anderen Perspektive erleben! Was genau die Streetart-Map ist erfährst du hier.

Streetart? In Berlin keine Seltenheit!

Vor allem in Sachen Kunst und Kultur punktet die Metropole mit unzähligen attraktiven Locations, die Touristen wie Berlinern nicht selten beeindruckende Schau- und Informationswerte bieten.

Diese liegen de facto oft abseits der großen mitunter weltbekannten Museen, Galerien oder Ausstellungen. So haben sich direkt in den Straßen der Hauptstadt internationale und hiesige Künstler durch zum Teil monumental wirkende Werke verewigt.

Häufig werden diese trotz ihrer erheblichen Größe jedoch nur zufällig wahrgenommen oder im Verkehrsrummel sogar gänzlich ungesehen passiert.

Für all diejenigen, die auf ihrem nächsten Berlin-Trip eine ganz besondere, absolut kostenlose Kunst- und Kultur-Tour erleben oder (als Einheimische) einfach bewusster die praktisch allgegenwärtige künstlerische Aura der Stadt spüren möchten, wurden nun 46 urbane Werke in einer digitalen Streetart-Map von Defshop zusammengefasst.

Video: THIS STREET ART IS ABSOLUTELY BREATH-TAKING

Was ist Streetart?

Streetart lässt sich durch ihre ständige Weiterentwicklung sowie die Berücksichtigung diverser Stile und Kanäle nur schwer eingrenzen.

Eine umfassende Beschreibung ist (hier) kaum möglich. Generell geht es jedoch darum, Kunst im öffentlichen Raum zu schaffen, die mit einem spezifischen Personenkreis kommunizieren soll.

Ihre Intention reicht von der simplen Ausübung eines Hobbys über die Ausspielung eines gezielten Protests, einer bestimmten Attitüde, einer politischen Meinung oder auch polemischer Statements bis hin zum Ausdruck eines Lebensgefühls.

Diese und weitere Faktoren können sich dabei durchaus vermischen und wechselwirken.

Als Basis der Streetart wird im Allgemeinen die Kultur des American Graffiti gesehen, welches im Streetart-Kontext jedoch differenziertere Züge annimmt und sich unter anderem deshalb in den vergangenen Jahren als Kunstform der Gegenwart etablieren konnte.

Nicht zuletzt haben die mitunter zigtausende Euros erzielenden Werke einiger mittlerweile sehr bekannter Künstler – insbesondere Bansky – dazu beigetragen, dass Streetart mittlerweile nicht nur einen festen Platz in der Kunstszene innehat, sondern ebenfalls im allgemeinen Meinungsaustausch.

Reiseratgeber

Welche Routen bietet die Streetart-Map?

Praktischerweise orientieren sich die Routen der Streetart-Map an den Verbindungen des öffentlichen Nahverkehrs der Hauptstadt. Im Grunde gibt es vier Optionen, die verschiedene Stadtteile einbinden und ganz unterschiedliche künstlerische Eindrücke verschaffen.

Selbstverständlich können diese ebenfalls miteinander kombiniert werden. Die Stadtbahn-Route führt beispielsweise quer durch die Metropole – quasi direkt an der Spree entlang. Diese bietet besonders viele urbane Streetart-Objekte und zudem die Chance, zahlreiche der zentralen berlinerischen Sehenswürdigkeiten zu begutachten.

So umfasst sie unter anderem Stationen im Zoologischen Garten sowie nahe dem Brandenburger Tor und der Oberbaumbrücke. Aber auch abseits des touristischen Treibens gibt es jede Menge zu entdecken. Die Werke verstecken sich teilweise in ganz und gar unscheinbaren Wohngebieten, was ihre Wirkung jedoch tatsächlich oft umso größer macht.

Welche Kunstwerke sind auf der Streetart-Map Berlin zu finden?

Viele der beeindruckendsten Kunstwerke der Streetart-Map Berlin befinden sich nahe des weltberühmten Alexanderplatzes. In der Warschauer Straße 58 ist das Werk „There’s No Such Thing As Bad Publicity“ über nahezu die gesamte Höhe einer Hausfassade positioniert.

Der Künstler ist Mateo Lepeintre aka MTO. Er schuf sein Werk zum Anlass des ersten Berlin Mural Fests und thematisiert damit die Streetart-Nutzung zu kommerziellen Zwecken. Der „Blaue Indianer“, der in der Holzmarktstraße 24 verewigt ist, erscheint nicht weniger imposant.

Er gilt als das Markenzeichen des Künstlers Carino. Der Brasilianer vereint in ihm seinen Protest gegen Konsumwahn, Korruption und Umweltzerstörung. Der Streetart-Fan muss sich jedoch nicht zwangsläufig im Zentrum der Stadt aufhalten, um eindrucksvolle Werke zu bewundern.

Ganz im Norden im Bezirk Reinickendorf ist das rund 40 Meter (!) hohe „Bloody Refugee“-Wandbild zu finden. Das dort in der Neheimer Straße 8 dargestellte Werk eines Mädchens in blutverschmierter Kleidung, welches auf eine von Pfeilen durchbohrte Person blickt, hat mit seiner düsteren Atmosphäre auf verschiedensten Ebenen für hitzige Diskussionen gesorgt.

Titelbild: © iStock – Carol_Anne

 

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