Wolgograd Reise – Meine Eindrücke in einer der geschichtsträchtigsten Städte Russlands

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7. Mai 2019 um 12:24 Uhr

Das Mutterland MonumentSabrina L.Kürzlich lernte ich Wolgograd auf einer Reise kennen. Bekannt ist die russische Millionenmetropole auch unter ihrem früheren Namen Stalingrad. In die Weltgeschichte ging die Stadt im Zweiten Weltkrieg durch eine opferreiche Schlacht ein.

 

Überall ist die Erinnerung an die Kriegstage spürbar

Stalingrad war mir aus den Erzählungen meines Großvaters bekannt, der bis Februar 1943 als deutscher Soldat an der Wolga kämpfte. In die Geschichte ging die Schlacht von Stalingrad als Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges ein.
 
Daher war ich gespannt auf die Stadt, die vor über 70 Jahren für viele Menschen zum traurigen Schicksalsort wurde. Schon beim Landeanflug erinnerte mich die beleuchtete Wolgograd-Arena an einen fünfzackigen Stern. Dem Symbol der Roten Armee begegnete ich in den Tagen meiner Wolgograd Reise immer wieder.
 
Gleich nach der Ankunft fiel mir auf, dass die Vergangenheit überall mitschwingt. So ist der Bau des neuen Stadions aus Anlass der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 auch ein wenig den gefallenen russischen Soldaten gewidmet.
 
In Sichtweite zum Mamajew-Denkmal finden heute mehr als 45.000 Menschen Platz, um den örtlichen Fußballclub Rotor im Spiel gegen Erzrivalen Spartak Moskau anzufeuern.

Das moderne Antlitz der Wolgametropole entdecken

Für die Russen ist ein Besuch in Wolgograd Pflicht. Das Gedenken an den Großen Vaterländischen Krieg spiegelt sich in einer 102 Meter hohen Mutter-Heimat-Statue mit Heldenallee wider.
 
Das weithin sichtbare Monument ist von wehendem Haar und erhobenem Schwert geprägt. An der Ehrenhalle mit ewiger Flamme halten russische Offiziere Wache.
 
Diese Gedenkstätte ehrt die Soldaten beider Nationen. Nach dem Zweiten Weltkrieg bauten Russlands führende Architekten die nahezu komplett zerstörte Stadt wieder auf. Heutzutage präsentiert sich Wolgograd auf einer Reise als aufstrebende Metropole.
 
Kulturstätten und Shoppingcenter bestimmen das gegenwärtige Gesicht. Im Panoramamuseum tauchte ich zwischen originalen Exponaten in die Stadtgeschichte ein. Am Hafen befindet sich Russlands größtes Binnenhafengebäude, das als Anlegestelle für Flusskreuzfahrtschiffe dient.
 
Dort fiel mein Blick auf die längste Straßenbrücke Europas, die Wolgograd mit Krasnoslobodsk verbindet. Jede Menge unvergessener Eindrücke blieben mir nach einem Besuch von:
  • Geschichtsmuseum
  • Museum der Bildenden Künste
  • Planetarium
  • Park Pobedy
  • Leuchtturm Wolshski.

Video: Der Mamajew Hügel in Wolgograd – Pilgerstätte des Friedens

Die Vielfalt der russischen Millionenmetropole erleben

Eine der beliebtesten Attraktionen ist die Express-Straßenbahn. Auf der teilweise unterirdisch verlaufenden Strecke war alles Sehenswerte schnell erreicht. An der Straße Krasnozmaneskaya fand eine Zirkusvorstellung statt, die mit ihrer Leichtigkeit und Fröhlichkeit ansteckend auf mich wirkte.
 
Gleich nebenan in einer weitläufigen Parkanlage warteten Fahrgeschäfte auf Besucher. Nur wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt, aß ich in landestypischer Atmosphäre das beste Schaschlik meiner Wolgograd Reise.
 
Für ihre Geduld bin ich der Bedienung noch heute dankbar, denn trotz Russischkenntnissen brauchte ich eine Weile, um mich auf der Speisekarte zurechtzufinden. Später flanierte ich gemütlich die Wolga entlang.
 
Der längste und wasserreichste Fluss Europas wird in einem Lied besungen und soll der Seele Russlands gleichen. Im Süden der Stadt wollte ich mir einen Blick auf den Wolga-Don-Kanal nicht entgehen lassen. Die imposante Wasserstraße mündet nach 101 Kilometern ins Kaspische Meer. Zu Baugeschichte und Schleusentechnik bot mir das Kanalmuseum spannende Einblicke.

Eine beeindruckende Stadt lebt von ihrer Geschichte

1.075 Kilometer von der russischen Hauptstadt Moskau entfernt, bleibt mir Wolgograd während einer Reise in bester Erinnerung. Gewarnt vor sommerlicher Schwüle und zahlreichen Mücken flog ich im Frühjahr an die Wolga. Angekommen bin ich an einer außergewöhnlichen Pilgerstätte für den Frieden, die mich tief berührt hat!
Titelbild: © iStock – NaumB