Barcelona – zwischen zauberhaften Vierteln und tanzendem Partyvolk

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26. März 2014 um 13:22 Uhr

BarcelonaAutor Marina Ruchti„Cabin crew please be seated we are landing in 10 minutes.” Umgeben von zahlreichen, kleinen Hügeln liegt die katalanische Hauptstadt nur noch unweit von mir entfernt. Dicht an dicht gedrängte Häuser und Bauten werden von der Sonne in ein sanftes Licht getränkt. Am Rande der Stadt erblicke ich den kilometerlangen Sandstrand und den Hafen, an dem zahlreiche Schiffe andocken. Mein Blick schweift nach links, dort ragt in die Höhe der Stadt die berühmte Kathedrale Sagrada Familia. Endlich! Hola Barcelona!

Catalan-Way-Of-Living

Barcelona eine Stadt, die mich bereits vor meiner Landung in ihren verheißungsvollen Fängen hat. Nachdem ich das erste mal dort war und mehr nacht- als tagaktiv war, wusste ich, die Stadt hat zwar ein ausgeprägtes Nachtleben, aber auch bei Tageslicht lockt die Weltstadt mit ihrer Kultur und Schönheit ungemein. Ich konnte Barcelona also nicht vergessen, das Fernweh hatte mich nach meiner ersten Reise sofort wieder gepackt.

Gerne spreche ich von dem sogenannten Barcelona-Effekt, denn die katalanische Stadt hat mich schlichtweg verzaubert. Die Luft, die wunderschönen Gebäude, die Sonne und das spanische und kosmopolitische Flair. Das alles vereint, hat den Effekt von Lebensfreude und Leichtigkeit. Das war der Grund warum ich Barcelona nochmals entdecken wollte – nein- sogar musste!

Somit entschied ich mich kurzerhand in eine Studenten-WG für 3 Wochen einzumieten um den catalan-way-of-living völlig auszukosten. Was darauf folgte, war der wohl beste Sommer meines Lebens.

Ein normaler Tag in Barcelona…

Bei angenehmer morgendlicher Sonne beginnt mein Tag im „Barrio Gotico“. Raus aus der Tür, rein ins lebhafte spanische Leben. Mein erster Gang ist der Boqueria, ein riesiger Markt an der berühmten Straße las Ramblas. Dort werden sämtliche Waren von Serrano Schinken, (lebenden!) Meerestieren bis hin zu frischem Obst- und Süßwaren angeboten.

Heute entscheide ich mich für den Obstmix, gekühlt in Eiswürfeln. Danach biege ich links ab und bin angekommen im Barrio el Raval. Bekannt als eher raues und heruntergekommenes Viertel, überhäuft von Billigwarenanbietenden Chinaläden. Aber es ist lange nicht so touristenüberhäuft und man findet sich durchaus in der Szene Barcelonas wieder. Die zahlreichen Graffitis an den Mauern sind für Streetart-Fotografen eine absolute Bereicherung! Über weitere charmante Seitenstraßen gelange ich nun zum Plaça Catalunya, wo sich die Menschenmenge wieder trifft. Dort angekommen mache ich erst an dem einen oder anderen Store halt, weil mich die Schaufensterdarstellungen mal wieder ungemein locken. Danach geht es dann auch weiter in Richtung Passeig de Gracia.

Hier trifft man auf Kunst! Antoni Gaudí ist wohl vielen, oder spätestens nachdem man in Barcelona war, ein Begriff. Der spanische Künstler hat die Stadt mit seinem eigenwilligen Kunststil geprägt. Immer wieder wird man seinem Namen oder seiner Bauwerke begegnen. Farbenfrohe, geschwungene Linien, weiche Formen, die oft an Flora und Fauna erinnern, spiegeln das Abbild seiner Einzigartigkeit wider. Casa Batlló und La Pedrera sind die Bauten, die man am Passeig de Gràcia besichtigen sollte.

La Pedera

La Pedera

An diesem Tag entscheide ich mich für das Bauwerk la Pedrera. Ich hatte den Film „Vicky Christina Barcelona“ von Woody Allen gesehen. In einer Szene besucht Vicky die Dächer von La Pedrera, dort wollte ich auch den atemberaubenden Ausblick genießen. Ich bin kein Fan von Touristenattraktionen aber in diesem Fall waren die 18 Euro für einen Blick über ganz Barcelona wirklich gut investiert. Auf dem Nachhause Weg schlendere ich noch durch el Gotico, wie schon der Name erahnen lässt, ist dies die Altstadt Barcelonas. Mittags ein Ort vieler individueller Boutiquen und Vintage-Stores, abends einer der besten Orte, um sich gemütlich in einer Bar oder Restaurant niederzulassen.

Da Boutiquen und Vintage-Stores genau meinen Geschmack entsprechen halte ich mich spontan noch eine Weile dort auf. Es ist Spätmittag, die Siesta der Spanier ist nun eingeläutet. Die Sonne strahlt hitzig vom Himmel herab. Was tun? Vamos a la playa! Mit der Metro Richtung Barceloneta kommt man zum Strand. Von der U-Bahn Station muss man noch einige Meter laufen um schlussendlich am gut besuchten Sandstrand anzukommen. Eine Abkühlung ist garantiert, die Ruhe allerdings nicht.

Warenverkäufer, Partypromoter und der Donut-Man ziehen ihre Bahnen durch die sonnenanbetenden Gäste. Wer einen schönen, ruhigeren Strand möchte fährt mit der Metro eine Station weiter zu Ciutadella-Vila Olímpica und läuft bei Ausstieg in Richtung Port Olympic. Dort kommt man in den Genuss von klarem und erfrischendem Wasser und wer Lust hat, kann auch gleich bei der nahegelegenen Windsurfschule sportlich aktiv werden.

La Boqueria

La Boqueria

Nachdem die Sonne etwas tiefer steht, geht es weiter zu einem Picknick im Park Güell. Ein wahrliches Meiserwerk in mitten von Barcelona und ebenfalls von dem Künstler Antoni Gaudí. Auf dem Weg dorthin hat man einige Treppen vor sich Fbis man im Land der zuckergussüberzogenen Häuser angekommen ist. Zwar ist der Park ein Touristenmagnet, aber er erstreckt sich über einige Km² , so dass jeder seinen ruhigen Platz findet, um ein Picknick zu machen, Bilder zu schießen oder dem Klang der spanischen Gitarre zu lauschen.

Es gibt dort eine Art Gipfelkreuz. Von dort aus hat man wohl den besten Blick über ganz Barcelona. Am besten während des Sonnenuntergangs! Warum also nicht auch gleich eine gute Flasche Wein und seine Freunde mitbringen und den Ausblick genießen? Nach ausgiebiger Entspannung im Park rückt der Abend immer näher und es ist noch lange kein Ende in Sicht.

Park Güell

Park Güell

Barcelona kills…

Barcelona kills? Wie ist das zu verstehen.
Zwei Dinge die ich zu Leuten sage, die eine Reise nach Barcelona antreten: „Du wirst die Stadt lieben, aber noch eine wichtige Sache, die du nach ein paar Tagen sichtlich spüren wirst- Barcelona kills!“ Also warum jetzt eigentlich?

Die Stadt ist eine einzige Party! Für junge und junggebliebene Menschen zumindest. Aber eine wirklich gute Party kann man sagen. Es gibt viel. Bekannt sind die Clubs am Strand, dort treffen viele verschiedene Nationalitäten aufeinander – es ist bunt und gut! Nach ein paar durchzechten Stunden in den klimatisierten Clubs findet die selbst ernannte After-Hour am Strand statt. Die Clubs am Strand gehören definitiv zu Barcelonas „Kulturgut“, man sollte sie mindestens einmal gesehen haben. Die besten Zeiten für den Start der Fiesta ist ab 1 Uhr. Hier lässt sich schon erahnen, dass man nach dem einen oder anderen Abend erst nach Sonnenaufgang den nach Hause Weg antritt. Soviel zu dem eingangs erwähnten „Barcelona kills“. Müdigkeit kann also ab und zu den ganzen Tag ausfüllen.

Mobilee Rooftop Session

Mobilee Rooftop Session

Mobilee

Die für mich persönlich weltbeste Party während meinem Aufenthalt war die Mobilee Rooftop Session auf dem Hotel Silken Diagonal. Entspannte, gut gelaunte Menschen auf dem 13. Stock eines noblen Hotels. Exzellente DJ’s (mobilee records), kühle Getränke, Swimming Pool und ja- das spanische Party-Flair über den Dächern der Stadt. Man trifft dort auf viele locals und es ist nicht touristenüberlaufen. Der Spaß beginnt nachmittags und endet am frühen Abend.

Die Veranstaltung findet während dem Sonar Festival statt aber auch in den August und September Monaten. Der Eintritt beläuft sich auf ca. 22 EUR. Anmeldung empfehle ich wärmstens und vor allem rechtzeitig über residentadvisor.net. Näheres möchte ich nun auch nicht mehr erläutern, man muss es erlebt haben!

Ein weiteres Event ist das Piknic Electronik auf dem Berg Montjuïc. Internationale DJ’s sind dort an den Turntables zu Gange und sorgen für eine einzigartige Stimmung an einem Sonntagnachmittag. Ja, wie man feststellt schläft die Stadt nie! Die Party findet fast jedes Wochenende in den Sommermonaten statt und beginnt ebenfalls nachmittags. Für knapp 10 Euro ist man bei dem Sonntagsausflug auf dem Berg Montjuïc dabei, natürlich getreu dem Motto: Sunday funday!

Nach drei Wochen spanischer Sonne…

…war ich nicht nur braun gebrannt sondern um viele Erlebnisse reicher und glücklicher!
Es ist das andere Flair in das man eintaucht, das es mir angetan hat. Und von der spanischen Gelassenheit und Lebensfreude konnte ich definitiv etwas mitnehmen. Hiermit vergebe ich Barcelona 5 von 5 Sternen! Seht selbst!

El Gotico

El Gotico

Good2Know

  • Achtung Taschendiebe! Immer auf seine Sachen achten, vor allem auch bei der After-Hour am
    Strand und bei belebten Touristenstraßen (z.B. las Ramblas). Nehmt eine Personalausweiskopie
    mit,man weiß ja nie.
  • Taxis sind recht günstig, bei längeren Strecken vorab einen Preis vereinbaren. Manche Taxifahrer
    verlangen nämlich utopische Preise, wenn sie wittern, dass man Tourist ist. Einfach ablehnen!
  • Bei der Metro ein 10er Ticket lösen. Ist am günstigsten!
  • Bei den meisten Clubs kann man die Facebook Seite besuchen. Dort kann man sich auf die
    Gästeliste setzen lassen oder kann von weiteren Specials profitieren. Am besten die Zeiten
    beachten bis zu denen kostenloser Eintritt ist.
  • Falls euch Warenverkäufer am Strand, oder eigentlich überall, Bier, Essen etc. verkaufen wollen,
    ruhig handeln. Es gibt unzählige Verkäufer und daher kann man einen günstigen Verkaufspreis
    erzielen.
  • Vom Flughafen El Prat kommt man am schnellsten mit dem „Aerobus“ für ca. 6 EUR in die Stadt.
    Die noch günstigere (aber langsamere) Variante ist der Bus von der Haltestelle Nummer 4 (ca. 2-3
    EUR)
  • Die klassischen Hopp-on Hopp off – Touristenbustouren finde ich persönlich ungeeignet. Am
    herrlichsten ist es einfach durch die Straßen und Gassen Barcelonas zu gehen und man hat mehr
    gesehen, als man vielleicht geahnt hätte.

Reisebericht & Fotos © 2014 Marina Ruchti

Bildquelle: Titelbild: © Kiril Stanchev – shutterstock.com

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Marina Ruchti

I rather judge a country by its people, cultre and lifstyle than by its sights.