Familienurlaub: unser Winterurlaub in den Anden

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23. Januar 2014 um 17:10 Uhr

anden-2014Autor ManuelaWir mögen es exotisch. Darum haben wir uns für den Winterurlaub 2014 etwas Besonders ausgesucht: Wir fliegen in die Anden, genauer gesagt nach San Carlos de Bariloche. Skifahren in Patagonien bedeutet schneesichere Pisten, argentinische Köstlichkeiten und die Idylle einer verwunschenen Landschaft.

100 Kilometer Pisten – das Skigebiet Cerro Catedral

Gut zwanzig Minuten dauert die Anfahrt vom Flughafen zu unserem „Refugio„. Die urige Berghütte bietet sämtliche luxuriöse Annehmlichkeiten, viel Platz zum Spielen und was das Beste ist: Wir haben direkten Pistenzugang. Die Kinder hält beim Anblick der Lifte und Hänge nichts mehr im Zimmer. Ich streife unserer Kleinen noch schnell eine wärmende Jacke über (gefunden hatte ich diese bei vertbaudet.de) und schon klappern zwei Skischuhe gen Haustüre. Das Skigebiet Cerro Catedral bietet für einen Familienurlaub Pisten aller Couleur und so lassen wir die Kinder erst einmal alleine losziehen. Der Kinderlift vorm Refugio erscheint völlig ungefährlich. Mit ein wenig Verspätung haben wir Erwachsenen uns nun auch auf die Bretter geschwungen. Zu viert im Sessellift, geht es anschließend hinauf zum Cerro Bellavista, der Bergstation. Der Name ist Programm: Unter uns spiegelt sich der malerische Nahuel Huapi See und am Horizont türmen die Anden eine schier unüberwindliche Mauer aus Fels und Schnee auf. Weicher Pulverschnee liegt auf dem Firn und gibt gerade den richtigen Gripp für pures Skivergnügen.

Auf Fellen, den Knien und mit Rodel

In unserem Winterurlaub 2014 entdecken wir mit dem Skitourengehen eine neue Leidenschaft. Unter fachkundiger Anleitung und in einer frischgetretenen Spur wandern wir hinauf zum 2405 Meter hohen Torre Principal. Nach einer guten Stunde passieren wir einige seltsame Holzbalken. Ich kann damit zunächst nichts anfangen und frage den Bergführer, was diese komischen Konstruktionen bedeuten würden. Er antwortet salopp: „Das sind Häuserdächer!“ Der höchste Gipfel des Nahuel Huapi Nationalparks ist auch in den Sommermonaten ein beliebter Ausflugsberg und wird von einigen Schutzhütten erschlossen. Beeindruckt über die gewaltige Schneehöhe von mindestens sechs Metern, ziehen wir weiter bergan und erleben Panoramen der Extraklasse. Die Kinder toben sich von morgens bis abends an den Rodelhängen aus. Bis die Sonne untergeht schlittern sie auf dem skianzuggewärmten Hintern, mit Plastiktüten, Minibobs und hölzernen Schlitten gen Tal. Den selbsterfundenen Wettbewerb „Was geht am Schnellsten?“ gewinnt selbstverständlich das im Skiverleih geborgte Hartplastikgefährt.

Nahuel Huapi National Park

Nahuel Huapi National Park

Flanieren am Seeufer oder die Jagd auf das Ungeheuer

Wir haben einstimmig beschlossen, eine Verschnaufpause in puncto Skifahren einzulegen. Mit dem Bus steuern wir die Stadt Bariloche an. Jene liegt am Ufer des sagenumwobenen Sees Nahuel Huapi und lädt uns beim Familienurlaub zum Einkaufen und Bummeln ein. Was für uns Erwachsene die idyllische Kulisse rund um den See, ist für die Kinder das Mystische unterhalb der Wasseroberfläche. Laut einer alten Legende der Mapuche-Indianer soll auf dem Grund ein schreckliches Ungeheuer hausen, das sogenannte „Nahuelito„. Die Größenangaben dieses saurierähnlichen Tieres reichen von 4 bis 45 Metern Länge und alles in allem erinnert die Geschichte doch sehr an „Nessie„. Ob wahr oder nicht, die Kinder tollen an der Promenade herum, versuchen durch die Eisschicht einen Blick auf den Seegrund zu erhaschen und sind völlig begeistert. Irgendwann können sie sich doch vom Ufer loseisen und wir spazieren zur neugotischen Kathedrale von Bariloche. Zwar erst 1947 erbaut, ist sie reich verziert und steht inmitten eines tiefverschneiten Winterwunderlandes.

Ein neuentdecktes Stockeinsatz-Paradies: Die Anden

Wir sind über die Vielfalt der Abfahrtsmöglichkeiten, den Zustand der Pisten und die Ausstattung der Unterkunft mehr als begeistert. Obwohl das Wort „Bariloche“ wörtlich übersetzt „Menschen hinter dem Berg“ bedeutet, kommen wir uns überhaupt nicht wie am Ende der Welt vor. Im Gegenteil. Das Wintersportgebiet macht Lust auf mehr und wird uns bald wieder nach Südamerika locken.

 

Foto: © El Gaucho – Fotolia.com
Foto: Nahuel Huapi National Park – Wikipedia.de