Meine Reise nach St. Petersburg: Stadt der weißen Nächte

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading...
11. Januar 2016 um 15:46 Uhr

Russland Sankt PetersburgAutorin LauraDie zweitgrößte russische Metropole liegt an der Newa, einem nur 74 Kilometer langen aber bis zu 600 Meter breiten Strom. Ich stehe mittig auf der 331 Meter langen Blagoweschtschenski-Brücke, blicke hinab auf das wildströmende Nass und freue mich auf die Impressionen, die ich während meines sommerlichen Aufenthaltes in Sankt Petersburg sammeln darf!

Mittsommernacht am Finnischen Meerbusen

Sankt Petersburg ist die nördlichste Millionenstadt der Welt. Diese Tatsache bringt ihr den Umstand ein, dass sich um die Sommersonnwende der Himmel niemals komplett verdunkelt. Dostojewski schrieb eine Novelle mit dem Titel „Weiße Nächte“ und ließ sie in seiner Heimatstadt unmittelbar am Newa-Ufer spielen. Es ist kurz nach 22 Uhr und ich flaniere entlang der schnurgeraden Promenade direkt vor der Eremitage.

Just als ich auf Höhe des Winterpalastes eine Verschnaufpause einlege, verändert sich das Antlitz des Firmaments: Der warme, goldene Schein des Sonnenuntergangs verschwindet und ein weißliches Licht erstrahlt. Würde ich keine Uhr tragen, wäre es mir unmöglich zu sagen, ob es frühmorgens oder spätabends ist. Dass die „Weißen Nächte“ tatsächlich mit einem grellen Schein einhergehen und nicht nur aufgrund der langen Helligkeit so genannt werden, war mir nicht bewusst aber ich bin der Magie dieses Naturschauspiels sofort erlegen!

Video: Die Schönen des Ostens (1/3) Sankt Petersburg – Die Stolze (Doku)

Auf den Spuren Zar Peters

Großstadt in RusslandDer russische Herrscher war Gründervater der Stadt und liegt auch auf der sogenannten Haseninsel begraben. Ich folge dem Touristenstrom und gelange über die Joannowski-Brücke auf das Binneneiland. Peter der Große ließ 1703 die Peter-und-Paul-Festung errichten und so wurde das ehedem sumpfige Inselchen zum Herz der City. Dicke Wehrmauern, ehemalige Gefängniszellen und der Pomp der zentralen Kathedrale begleiten meinen gut vierstündigen Besuch. Den Kopf weit in den Nacken gelegt, wandle ich durch das Gotteshaus und kann mich an den filigranen Fresken kaum sattsehen. Andächtig stehe ich in der Zarengruft und schreite die Grabstätten bekannter Romanovs ab. Auch Katharina die Große und Nikolaus I. liegen hier.

Nächster Halt meiner Sightseeingtour ist der Senatsplatz. In dessen Zentrum reckt sich das Reiterstandbild Peters des Großen in die Höhe. Als „eherner Reiter“ zum städtischen Wahrzeichen erklärt, repräsentiert diese Berühmtheit einen Besuchermagnet. Es ist Usus, sich hier am Hochzeitstag fotografieren zu lassen und Blumen abzulegen.

Ein prunkvoller Palast und Sankt Petersburgs legendäre Straße

Weil Schloss Peterhof vor der Toren der Metropole liegt, steige ich in den Stadtbus. Der Beiname „russisches Versailles“ scheint mir geradezu untertrieben. Weil das französische Vorbild nicht am Meer liegt, Schloss Peterhof jedoch schon, kommt mir dieser Herrschersitz noch spektakulärer und atemberaubender vor. Bevor ich die Räumlichkeiten genauer betrachten möchte, spaziere ich durch die weitläufige Gartenanlage, genieße von der Großen Kaskade aus das Panorama des Finnischen Meerbusens und versuche das biblische Ensemble am verspielten Samsonbrunnen auf ein Foto zu bekommen. Gegen Abend zieht es mich auf den Newski-Prospekt.

Reiseratgeber
Diese Prachtstraße verbindet auf über vier Kilometern Länge die Admiralität mit dem Alexander-Newski-Kloster und gilt traditionell als „feine Adresse“. Luxuriöse Geschäfte, Restaurants und Hotels begleiten meinen Weg zur Kasaner Kathedrale, vor der ich im Gras sitzend die nächste „Weiße Nacht“ über die Stadt hereinbrechen sehe.

Sankt Petersburg – Russlands schönstes Gesamtkunstwerk

Nicht weniger als 2300 Paläste schmücken die City, die darüber hinaus über unzählige Kanäle und Brücken verfügt. Während meiner Reise nach Sankt Petersburg wähne ich mich in einem gigantischen Freilichtmuseum voller Schlösser und Kathedralen. Von der Mitternachtssonne in ein mystisches Licht getaucht, wirkt die UNESCO-Kulturerbestätte noch imposanter!

Titelbild: © istock.com – yulenochekk
Textbild: © istock.com – scaliger