Mit dem Wohnmobil nach Irland – ein Erlebnisbericht

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10. April 2014 um 14:37 Uhr

IrlandAutor Ralf MüllerVon Holyhead geht es via Fähre nach Dublin. Als die irische Insel vor dem Schiffsbug auftaucht, bin ich hingerissen von ihrem Anblick: Sie blendet mich tatsächlich mit einem satten Grün, auch wenn sich direkt vor mir die Türme der Kapitale in den leicht bewölkten Himmel recken!

Linksherum durch die Hauptstadt

Nachdem ich bis zu meiner Ankunft in Dublin schon mal auf der britischen Insel das Fahren auf der „falschen“ Straßenseite üben durfte, schockt mich der vierspurige Kreisverkehr unweit des Hafens nicht mehr. Ich rangiere mit dem Wohnmobil den nächsten Stellplatz an und begebe mich auf Entdeckungstour durch Dublin.

Auf der schlanken Half Penny Bridge über dem Liffey, erreiche ich den Stadtteil Temple Bar. Touristen drängen sich durch die nostalgischen Häuserzeilen und besuchen die rustikalen Pubs. Mit einem Pint in der Hand stimme ich mich auf die Ferientage ein und spaziere anschließend zur Geburtsstätte eines weltberühmten Bieres.

Das Museum „Guinness Store“ zeigt die 250-jährige Tradition dieses Gerstensaftes und oben in der Gravity Bar genieße ich den 360-Grad-Blick über die City. Nachdem ich noch in Dublin Castle Station mache, geht es zurück zum Wohnmobil.

Whisky, Leuchttürme und ein Platz am Meer

Vom Dubliner Großstadtdschungel aus braucht es nur fünf Minuten und ich bin von schwarz-weiß-gefleckten Kühen umgeben. Ich fahre zuerst in die Midlands, um Tullamore einen Besuch abzustatten. Die Destillerie wurde in eine Schauproduktion umgewandelt und daher kann ich dort hautnah erleben, wie Whisky hergestellt wird.

Klar gehört am Ende der Besichtigungstour das obligatorische Verkostungs-Gläschen dazu, aber ich sollte es lieber nicht übertreiben. Auf irischen Straßen gelten 0,8 Promille als Maximalwert. So schwinge ich mich wieder hinters Steuer und fahre auf die Südküste zu. Auf dem Parkplatz des Hook-Lighthouse entdecke ich ein Hinweisschild. „Camping by the Sea“ prangert in handgeschriebenen Lettern drauf und einer spontanen Eingebung nachgehend, folge ich ihm.

Tatsächlich: Unmittelbar hinter der wilden Brandung ergattere ich ein Plätzchen auf diesem idyllischen Campingplatz, von dem aus ich nun beseelt zu einem der weltweit ältesten Leuchttürme aufbreche.

Mit dem Wohnmobil zu den irischen Höhepunkten

In Irland sind die Straßen frei. Ich darf mich bei meiner Tour der Westküste entlang hauptsächlich auf das Bestaunen der bombastischen Natur konzentrieren. Gegenverkehr gibt es quasi nicht und so halte ich häufiger für straßenquerende Schafherden, als für Fußgänger.

Ich liege flach auf dem Boden und blicke gewaltige 214 Meter in die Tiefe. Unten wogt der Atlantik zornig hin und her und schenkt mir ein unvergessliches Fotomotiv. Die bizarren Cliffs of Moher waren sogar einer der Drehorte der Harry-Potter-Reihe. Ich habe einen besonders windigen Tag erwischt, was meine eigentliche Höhenangst nicht besser macht.

Aber das Panorama ist schlichtweg fantastisch. Ich setze meine Fahrt gen Norden fort und komme in das Dörfchen Cong am Lough Corrib. Der größte See Irlands breitet sich mit seiner bezaubernden Inselwelt vor mir aus und lädt mich dazu ein, das Kajak vom Dach des Wohnmobils zu hieven und eine kleine Spritztour zu unternehmen.

Irland intensiv erleben: Wohnmobilreisen auf der Grünen Insel

Mein fahrbarer Untersatz ermöglicht es mir spontan zu sein. Gefällt es mir irgendwo, bleibe ich einige Tage und zieht es mich wieder weiter, werfe ich einfach den Motor an. Die bedeutendste Sehenswürdigkeit Irlands besteht im Übrigen aus 4,5 Millionen Individuen: Es sind die gastfreundlichen Menschen, die mich im Nu für dieses Land einnehmen!

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